Genuss und Bio-Landwirtschaft gehören zusammen

Christina Kirchhof | 08. Februar. 2014 | 2 Kommentare
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Meinen letzten Blog -Eintrag habe ich mit einem Zitat von Dan Barber begonnen. Da ich dieses Zitat und vor allem seine Person nicht einfach unkommentiert stehen lassen will, möchte ich diesen Vordenker und seine überzeugenden Argumente für biologische Landwirtschaft, nachhaltige Tierhaltung und vor allem kulinarischen Genuss kurz vorstellen.

Dan Barber ist nicht nur Chefkoch und Mitbegründer eines Sterne Restaurants in New York City, sondern auch begehrter Autor und Redner unter anderem für TED Talk und New York Magazine. 2009 stand er auf der Liste der Time’s „most influential people“.

Seine Philosophie als Koch und Unternehmer: Genuss und Bewusstsein. Das mag nicht besonders innovativ klingen, Dan Barber hat es aber so konsequent wie kaum ein anderer Chefkoch durchgesetzt. Er sagt, dass konventionell hergestellte Lebensmittel, sei es nun Gemüse, Fisch oder eben Fleisch, bei weitem nicht an das Geschmackserlebnis heranreichen wie biologisch hergestellte Lebensmittel. Um in den Genuss dieses Geschmackserlebnisses zu kommen, heißt für ihn folgerichtig biologisch hergestellte Lebensmittel zu kaufen. Damit frische Lebensmittel nicht an Geschmack verlieren, kauft er seine Produkte regional ein, dies bedeutet auch kurze Transportwege. Seine Schlussfolgerung: Genuss und Umweltschutz gehen Hand in Hand.

Ein einfaches, aber anschauliches Beispiel wie die Qualität leidet wenn in der Landwirtschaft nur auf den höchsten Gewinn abgezielt wird ist die Tierzucht. In der konventionellen Tieraufzucht werden zur Senkung der Kosten und Mastzeit hauptsächlich Futtermittel wie Soja und Mais verwendet. Wenn man aber nun Futtermittel, wie die eben erwähnten, an Schweine verfüttert, die eigentlich Allesfresser sind oder an Rinder, die Rauhfutter gewöhnt sind, dann erhält man ein Endprodukt dessen Aromen flach und dumpf sind.

Wer schon einmal Fleisch gegessen hat, dass aus ganzjähriger Weidehaltung stammt weiß, dass der Unterschied zu dem im Supermarkt gekauften ein gewaltiger ist. Es hat einen vielschichtigen Geschmack, der nicht sofort im Mund abflacht und verliert beim Garen auch nicht so viel Wasser. Was für genaue Auswirkungen die Fütterung und Haltung der Tiere auf die Qualität des Fleisches haben, möchte ich in meinem nächsten Beitrag beleuchten.

2 Kommentare

  1. C. Albrecht sagt:

    Das ist ein schöner Kommentar. Nahrung war früher noch “was wert”. Heute ist Nahrung “billig” und wird deswegen nicht mehr so geschätzt. Auch aßen Familien früher noch zusammen am Tisch, Mahlzeiten waren soziale Erlebnisse. Man tauschte sich aus und freute sich gemeinsam. Alle begegneten sich am Tisch. Freunde und Verwandte und Nachbarn kamen. Besucher bekamen immer Kaffee, Tee, etwas zum Essen (wenigstens einen kleinen Imbiss). All das geht leider immer mehr verloren… Gut versorgte Menschen schlingen Essen schnell herunter. Selbst Luxusartikel wie Schokolade gibt es in Massen und sind damit “nichts mehr wert”.

    Überfluss an Gütern erzeugt sehr schnell einen Mangel an Bedeutung.

    • Christina Kirchhof sagt:

      Danke für deinen netten Kommentar. Ja du hast Recht, Überfluss und Überangebot führt zu einer Art Überreizung der Sinne. Das Besondere wird nicht mehr wahrgenommen. Die Industrialisierung und Technologisierung der Landwirtschaft hat einerseits bewirkt, dass kein Mensch in Deutschland mehr wirklichen Mangel erleiden muss. Andererseits sehen wir uns heute als Konsumenten mit einem Überangebot konfrontiert und können kaum mehr eine Verbindung zwischen dem Endprodukt und dem Produzenten herstellen. Dadurch kommt es natürlich zu einer Erosion von Werten und vor allem Wertschätzung. Zu jeder Zeit eine gut gefüllte Fleischtheke oder ein volles Käse Regal – dass ist eigentlich Luxus. Umso besser, dass es aktuelles Engagement gibt, diese Lücke zwischen Konsument und Produzent zu schließen. Meiner Meinung nach haben Konsumenten heute wieder die Möglichkeit, die Umstände der Herstellung ihrer Lebensmittel zu bestimmen. Denn soweit ich weiß bestimmt die Nachfrage das Angebot. Das jetzt hier in einem Kommentar zu erläutern, da würde ich morgen noch hier sitzen. Aber ich werde mich dem Thema noch mal tiefgehender widmen.

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