Alte Tradition neu gedacht – Direktinvestition in die Landwirtschaft

Christina Kirchhof | 22. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Die Slowfood Bewegung macht deutlich, dass sich die Bedürfnisse der Konsumenten heutzutage deutlich geändert haben. Es gibt eine merkliche Steigerung der Nachfrage nach nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln und einer fairen, sauberen und qualitativ hochwertigen Landwirtschaft. Diese Nachfrage beschränkt sich aber längst nicht mehr nur darauf, was Konsumenten im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt in den Einkaufskorb legen. Nachhaltige Investments und Geldanlagen spielen bei Verbrauchern eine immer größere Rolle. Spekulationen auf Preissteigerungen bei Agrarstoffen, insbesondere bei Grundnahrungsmitteln wie Mais oder Getreide, hinterlässt bei vielen Konsumenten einen schalen Geschmack. So werden neue, innovative Investments populärer, die nachweislich nachhaltig und transparent wirtschaften. Diese Investments sind nicht zwingend Finanzprodukte, sondern eine Anlage in einen Sachwert. So ist z.B. die Solidarische Landwirtschaft oder die Viehpacht in den letzten Jahren immer populärer geworden.

Ich will mich zunächst der Viehpacht widmen, da das Konzept gar nicht so neu ist. Seit Jahrhunderten schon wurden in den Alpen einzelne Tiere von Bauern verpachtet. Der Bauer vermietet seine Kuh während der Alpensaison an einen Nutznießer aus dem Tal. Der zahlt einen Vorschuss, für den er Käse und Milchprodukte günstiger erhält. Dieses Prinzip wird nun auch in abgewandelter Form von einigen innovativen Landwirten wieder aufgenommen, denn es bietet eine win-win Situation für beide Parteien. Durch die Investition des Kunden erlangt der Landwirt monetäre Sicherheit und kann expandieren und reinvestieren. Der Kunde erhält eine Besitzurkunde des Tieres und eine sichere Rendite. Die Form der Rendite ist von der Art der Investition abhängig. Bei einigen Investitionen erhalten die Kunden nach ihrer Einlage, Fleisch zu einem Gegenwert, die einer Rendite von 6,6% entspräche. In der Praxis hängt der Ertrag zwar davon ab, welche Mengen Fleisch ausgeliefert werden und zu welcher Qualität. Allerdings stehen Renditeüberlegungen beim Abschluss der Verträge eher im Hintergrund. Die investitionsfreudigen Konsumenten sind in erster Linie an einem hochwertigen Produkt interessiert sowie an nachvollziehbarer Transparenz. In Summe steht damit eher die emotionale Rendite im Vordergrund als die klassische monetäre Rendite.

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