BBQ – eine amerikanische Erfahrung.

Christina Kirchhof | 08. Mai. 2014 | Keine Kommentare
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Nichts ist wahrscheinlich amerikanischer als das BBQ. Dabei handelt es sich nicht, wie oftmals fälschlich angenommen um grillen, sondern eigentlich eher um räuchern. In großen Räucherkammern, mit einer ausgelagerten Hitzequelle, wo ein Holzfeuer lodert, wird das Fleisch über Stunden gegart. Einen sogenannten Smoker.

Auf meiner Suche nach authentischer BBQ Tradition, bin ich auf Dan Meade und seinen Blog The Manic American gestoßen. Hier beschreibt dokumentiert der gebürtige New Yorker seine kulinarischen Erfahrungen, gemeinsam mit seinem Partner Rob Bellinger, in den verschiedenen BBQ Traditionsbetrieben im Süden der USA. Was seiner Meinung nach die BBQ Kultur ausmacht, ist das es noch echtes Handwerk von Familiengeführten Unternehmen ist, dass seine ureigenen Wurzeln in den Südstaaten hat. Eine Kultur auf die Amerikaner stolz sind.

„Es (BBQ) ist eine Handwerkskunst, die viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung braucht und nicht jeder gut kann (… ) Es ist der Respekt für das Handwerk, die Liebe zur Tradition und Herkunft und der Spaß, der BBQ zu so einem wichtigen Teil der amerikanischen Kultur macht”, sagt er mir während unseres Austausches per Mail.

BBQ wurde das erste Mal bei den spanischen Eroberern erwähnt, als diese in der Karibik auf die Methode des Räucherns von Fleisch über Feuer entdecken, damals genannt „barbacoa“. Als dann die amerikanischen Siedler anfingen Schweine und Rinder im Süden der USA zu züchten, wurden große Schlachtfeste veranstaltet, bei der die ganze Umgebung teilnahm. So wurde es zu der Tradition, die es heute ist.

BBQ ist auch heute noch mit viel Tradition und Gemeinschaft verbunden. „Für viele Pitmaster, die wir über die Zeit getroffen haben, ist BBQ entweder ein Familienunternehmen oder Familiengewerbe, dass von Generation zu Generation weitergegeben wird (…) BBQ hat viel mit Gemeinschaft zu tun. Menschen aus der gleichen Nachbarschaft oder Familie kommen zusammen, um zu essen. BBQ verbindet Menschen“, so Meade.

Ihn ärgert es ein wenig, dass die amerikanische Esskultur oft nur mit Hamburgern oder Hotdogs verbunden wird. „Klar wir haben keine nationale Küche, wie die italienische oder die chinesische. Es gibt aber eine regionale, sehr vielfältige Küche. Du fährst ein paar Meilen und du findest eine andere Kultur als an dem Ort, wo du eben gerade warst.“

Die BBQ Kultur ist so vielfältig wie das Land aus dem es stammt. Es gibt sehr starke regionale Unterschiede, was mit den Gegebenheiten vor Ort zu tun hat. In den Carolinas ( North und South Carolina) wird hauptsächlich Schwein gegrillt, in Texas eher Rind und  Memphis oder St.Louis haben sie sich auf Ribs spezialisiert. „Zum großen Teil hat das was mit dem Klima und der Geographie der Region zu tun (…) Insofern jemand nicht  Holzkohle, Holz oder Feisch importiert, hängt die Art und Weise des BBQ eng mit der Region zusammen.“

Der Geschmack unterscheidet sich stark von Region zu Region. Die Gewürzmischungen lassen auf Einflüsse aus der Karibik oder Schwarzafrike schließen, aus den Zusammensetzung der Saucen, wird oft ein großes Geheimnis gemacht.

Langsamkeit, Handwerk, Tradition, Region und Gemeinschaft ist was authentisches BBQ charakterisiert und natürlich das großartige Essen. Denn das ist es, neben den Menschen, worum sich alles dreht, so jedenfalls nach Dan Meades Erfahrung:

„So wichtig der wie der Aspekt der Gemeinschaft auch ist, das Essen ist, worum sich alles dreht. Wir haben uns den mit Pitmastern, den Bedienungen und Kunden über tausende Sachen unterhalten, aber am Ende kommt man immer wieder zu einem Thema: dem Essen und der Handwerkstradition.“

Hier ein Video, welches die schönsten Impressionen, Dan Meades und seinem Blog zusammenfasst.

An Introduction to “American Barbecue” from Manic American on Vimeo.

 

Dan Meade ist freischaffende Fotograf und Kritiker, Mitgründer von The Manic American und lebt in den USA.

Das ganze Interview findet ihr hier:

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