Billigeres Billig-Fleisch nützt niemandem

Christina Kirchhof | 20. März. 2014 | Keine Kommentare
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Wenn ich die Schlagzeilen der letzten Tage lese, dann stehen mir regelrecht die Haare zu berge. O-Ton:  Der Preiskampf geht weiter, Billigfleisch wird billiger, Gensoja im Tierfutter macht Discounter Fleisch billiger. Die Frage die sich dann mir immer stellt, wann ist denn das Maximum erreicht?  Ist irgendwann ein Sack Kartoffeln billiger als ein Kilo Fleisch? Das Paradoxe ist,  die Verbraucher wollen das billig produzierte Fleisch eigentlich gar nicht, sie sind nur oft darauf angewiesen.

Dass frisches Fleisch vom Metzger aus der Region nicht nur gesünder ist sondern auch besser schmeckt, ist nicht die Erkenntnis einiger weniger Erleuchteter sondern gesunder Menschenverstand. Das hat auch die Bild Zeitung erkannt und stellt in ihrem Ratgeber fest, gutes Fleisch gibt es nicht im Supermarkt. Es wird durch Enzyme weich gemacht, durch ein Gasgemisch frisch gehalten und enthält Antibiotika, die in der Massentierhaltung eingesetzt werden. Ich spreche nicht von minimalen, einmaligen Rückständen sondern von einer ständigen Einnahme von Medikamenten, die multiresistente Krankheitserreger beim Menschen fördern. Dazu kommt die Fütterung mit genmanipuliertem Soja, was, laut Aussage der Züchter auf die Lieferengpässe bei gentechnikfreiem Soja zurückzuführen ist, wohl aber eher daran liegt, dass der Handel nicht bereit ist teureres Futter zu bezahlen. Der Großteil der deutschen Verbraucher lehnt gentechnisch verändertes Futter aber ab, denn die Folgen für Umwelt und Gesundheit sind bei weitem noch nicht ausreichend erforscht. Die Erzeugung von Rindfleisch aus der Massentierhaltung produziert wesentlich mehr CO2, als die Weidehaltung. Alles Fakten die weitreichend bekannt sind und dennoch setzen die Discounter und Supermarktketten auf weitere Preissenkungen. Warum?

Niemand soll gezwungen werden auf Fleisch zu verzichten, aber wäre denn ein niedrigerer Fleischverbrauch, der mit einem bewussteren Verzehr und Genuss einhergeht denn so verwerflich? Alle würden davon profitieren. Die Bauern, die nicht auf Masse sondern auf Qualität produzieren, die Tiere, welche eine artgerechtere Haltung genießen können und letztendlich der Verbraucher, der ein hochqualitatives, gesundes Produkt erwirbt und genießen kann. Der Preiskampf im Fleischsegment nützt niemanden, auf Dauer auch nicht den Discountern.

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