100% Weidehaltung

Gras macht den Unterschied: Bei der Qualität und beim Geschmack

Weidehaltung ist die Schlüsselkomponente unseres Konzepts. Die heutige Tierhaltung und Fleischproduktion hat nicht mehr viel mit traditioneller Landwirtschaft gemein. Die Tiere werden als Produktionsfaktor angesehen, die bei gegebenem Ertrag möglichst wenig Kosten verursachen sollen. Aus diesem Grund wird bei konventioneller Landwirtschaft die Tierhaltung in den Stall verlegt, in dem die Tiere mit Kraftfutter gemästet werden (vorzugsweise Mais und Soja), um in möglichst kurzer Zeit ein bestimmtes Schlachtgewicht zu erreichen.

Eine Gruppe Black Angus Rinder auf einer der saftigen Weideflächen

Eine Gruppe Black Angus Rinder auf einer der saftigen Weideflächen

Wir stellen uns mit unserem Konzept diesem Ansatz bewusst entgegen und setzen nicht auf Schnelligkeit und Produktivität um jeden Preis, sondern auf langfristig verträgliche Landwirtschaft. Der Kern dieses Konzepts setzt dabei auf 100% Weidehaltung. Ausgewählte Weideflächen für unsere Herde, auf denen die Tiere ganzjährig im Herdenverbund weiden können. Die Tiere wachsen dort stressfrei auf, bis die Kälber nach 22 Monaten geschlachtet werden.

Gras ist nicht gleich Gras – was eine gesunde Weide ausmacht

Und Weide ist nicht gleich Weide: Oftmals stellt man bei einer Rinderweide eine Fläche wie ein Fußballfeld vor, mit gleichmäßig wachsendem englischem Rasen.

Typische wilde Weidefläche  mit großer Artenvielfalt der Pflanzenwelt

Typische wilde Weidefläche mit großer Artenvielfalt der Pflanzenwelt

Denkt man jedoch beispielsweise an Schweizer Alpenkäse, so wird dessen Geschmack hauptsächlich durch die Milch der Kühe, die den Sommer über auf den Alpenwiesen verbringen und dort verschiedene Gräser und Kräuter fressen, beeinflusst. Genauso verhält sich das in Bezug auf das Fleisch der Tiere. Der Geschmack und die Qualität, sind von der Futterqualität abhängig. Zwar nimmt ein Rind mit Kraftfutter am meisten Gewicht zu, doch Experten sind sich einig, dass die ursprüngliche Weiderhaltung  den Rindern am meisten entspricht und zu der besten Fleischqualität führt, die zudem auch für den Menschen am gesündesten ist. Das System ist denkbar einfach. Je weniger künstliches und verändertes Futter den Tieren zugeführt wird, umso natürlicher und gesünder ist die spätere Fleischqualität.

Die Auswahl der Weide zählt somit zu den wichtigsten Faktoren für eine gute Fleischqualität. Ranchinvest arbeitet ausschließlich mit Experten zusammen, die die Auswahl der Weiden nach verschiedenen Kriterien treffen. Diese sind unter anderem:

  • Weiden frei von künstlichem Dünger innerhalb der vergangenen drei Jahren
  • Vielseitige Zusammensetzung der Gräser, Sträucher und anderer Pflanzen
  • Ausreichende Größe der Weidefläche für die Herde
  • Zugang zu Trinkwasser ohne Entwässerung des Bodens
  • Fruchtbarer und durchlässiger Boden

Die Zusammensetzung der Pflanzen und Gräser ist dabei besonders wichtig. Sie beeinflusst den Geschmack des Fleisches am meisten und daher ist eine vielseitige Gräser-Mischung grundlegend. Gerade für die Mutterkühe ist proteinreiches Gras wie Alfalfa (Luzerne; lat.: Medicago sativa) sehr wichtig, dass schon viele hundert Jahre als Viehfutter verwendet wird und dessen Hülsenfrüchte auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Durch die 4,5 m tiefen Wurzeln dieses Grases, blüht es auch im Winter und bietet unseren Kühen die notwendig proteinreiche Nahrung. Selbstverständlich achten wir darauf, dass ausschließlich natürliche Gräser, frei von jeder Genmanipulation, auf den Weiden wachsen.

Widerstandfähige und gesunde Rinder

Unsere Herde befindet sich ganzjährig auf der Weide und bekommt auch im Winter so wenig Heu wie möglich zugefüttert. Eine gezielte Auswahl an Weiden, mit ausreichend winterblühenden Gräsern, ermöglicht uns dieses Vorgehen.

Frisch geschnittenes und zu Ballen gebundens Alfalfa Heu für den Wintervorrat

Frisch geschnittenes und zu Ballen gebundens Alfalfa Heu für den Wintervorrat

Dadurch, dass die Tiere nicht in einem Stall, bei künstlichem Licht und sterilen Bedingungen gehalten werden, sondern in freier Natur aufwachsen und natürliche Nahrung zu sich nehmen, sind sie weitaus weniger anfällig für Krankheiten. Die Herde ist widerstandsfähiger und benötigt dadurch weniger Medikamente, unter anderem Antibiotika, das sich bereits heute in Fleisch aus konventioneller Tierhaltung nachweisen lässt. Rinderhaltung in seiner ursprünglichsten Form, dass den Tieren entspricht und den Zweck dient, das gesündeste und beste Fleisch zu erhalten.

Gut für die Tiere – gut für die Weide

Mit unsere Weidepolitik haben wir uns für einen ganzheitlichen Ansatz entschieden. Nicht nur für die Tiere ist die Weidehaltung gesund, sondern auch der Boden profitiert von der Nutzung durch die Rinder. Einerseits wird der Boden aufgelockert und Regen kann besser abfließen und auch die tiefer liegenden Erdschichten mit Mineralien versorgen, die wiederum langfristigen Graswachstum garantieren und so die Versorgung unsere Tiere sicherstellt.

Ein paar Kälber kommen durchs kniehohe Gras gelaufen und bestaunen uns am Zaun

Ein paar Kälber kommen durchs kniehohe Gras gelaufen und bestaunen uns am Zaun

Andererseits leisten unsere Tiere einen Beitrag zu einem natürlich Düngesystem, denn da der Mist der Tiere ausschließlich aus organischem Material besteht, dass durch den Verdauungstrakt der Tiere optimal verwertet wird, profitiert der Boden von einem gesunden Dünger. Es handelt sich somit um einen sich gegenseitig befruchtenden Kreislauf, der auf schonende und langfristige Landwirtschaft ausgerichtet ist und sich in erster Linie nicht nach einer Kosten-Nutzen Tabelle richtet.

Qualität und Erfolg fängt bei der Weidehaltung an

Wir sind überzeugt davon, dass erfolgreiche und sinnvolle Rinderhaltung langfristig nur durch Weidehaltung möglich ist. Begrenzte Ressourcen scheinen den Menschen auf anderen Teilen der Erde nicht davor zurückzuschrecken, Regenwälder abzuholzen, um Soja für die Futtermittelindustrie herzustellen oder Weideflächen für Tiere aufzubauen.

Einer unseren jungen Reiter auf einem frisch gemähten Heufeld

Einer unseren jungen Reiter auf einem frisch gemähten Heufeld

Hier greift der Mensch unverhältnismäßig in den natürlichen Rhythmus der Natur ein. Mit unserer Form der Landwirtschaft möchten wir einen Gegenentwurf präsentieren, der beweist, dass sich Nachhaltigkeit für das Tier und den Menschen auszahlt.

Die Entscheidung für eine bestimmte Fleischqualität fängt bei der Auswahl der passenden Weideflächen an. Raus aus dem Stall, weg von Soja und Mais, hin zu den natürlichen Nahrungsmitteln der Tiere. Der Organismus der Kuh ist auf Gras als Nahrungsmittel ausgerichtet. Nur wer das versteht, kann gesundes Fleisch produzieren, frei von Zusatzstoffen und in seiner natürlichsten Form.