Die Erfolgsgeschichte des Black Angus Rasse

Vom hornlosen Freak zum weltweiten Lieferant von hochqualitativem Fleisch

Dass wir uns hinsichtlich unseres Zuchtprogramms für Black Angus Rinder und nicht eine andere Rinderrasse entschieden haben, hat einen guten Grund: Wir halten Black Angus für das ideale Zuchtrind. Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die Herkunftsgeschichte der Black Angus Rinder und was genau sie zu so guten Zuchttieren macht.

Eine Gruppe Black Angus Rinder

Eine Gruppe Black Angus Rinder

Herkunft

Das Aberdeen Angus, wohl eher bekannt unter dem Namen Angus Rind, hat seine Ursprünge im frühen 19. Jh. in Schottland. Im nordöstlichen Teil des Landes liegen die vier Provinzen Aberdeen, Banff, Kincardine und Angus. Alle diese Provinzen grenzen an die Nordsee und verfügen über Hoch- und Bergland. Das fruchtbare Land und das gute Klima machen die Gegend zu einem guten Standort für Landwirtschaft, auch wenn die Topografie anderes vermuten lässt. Die ständigen Regenfälle, mit welchem Schottland gesegnet ist, machen die Wiesen saftig und ideal für Rinderhaltung. Hier wurden einige der besten reinrassigen Rinder gezüchtet, die von hier aus die Welt erobern sollten.

Das Aberdeen Angus entstammt zwei damals bekannten Rassen. In der Region Angus wurden schon seit dem 16. Jh. Rinder gezüchtet, die den Namen „Angus doddies“ trugen. In Aberdeenshire wurden zur gleichen Zeit die Buchan „humlies“ gehalten, eine Rasse von Arbeitsochsen. Aus den Kreuzungen beider Rassen stammt das heutige Aberdeen Angus Rind ab. Zwar lassen sich, wie gerade aufgeführt, die Ursprünge der Rasse weiter zurückverfolgen, das Herdenbuch (1862) und die Gesellschaft für Angus Rinder (1879) entstanden aber erst wesentlich später.

Wenn man eine Person nennen müsste, die als Begründer der Rasse gelten soll, so wäre dies wohl Hugh Watson. Mit 19 Jahren wurde er Pächter von Keillor in der Provinz Angus. Sein Vater schenkte ihm aus seiner eigenen Herde sechs der besten Kühe und einen Bullen. Dazu kaufte er sich zehn Färsen und den besten schwarzen Bullen, den er finden konnte. Er entschied, dass seine Herde schwarz sein sollte, auch heute noch die vorherrschende Farbe der Angus Aberdeen Rinder.

Aberdeen Angus Rinder in den USA

Die vier Angus Bullen, die George Grant 1873 von Schottland mitten nach Kansas City in die amerikanische Prärie brachte, waren Teil eines Traums, mit der Rinderzucht in Amerika reich zu werden. Grant erlebte seinen persönlichen amerikanischen Traum nicht mehr, er starb fünf Jahre später. Seine Landsmänner, die mit dem gleichen Vorhaben nach Amerika gereist waren, kehrten bald in ihr Heimatland zurück. Die vier schwarzen Angus Bullen jedoch, sollten die Rinderzucht der USA nachhaltig verändern.

Historische Zeichnung von Black Angus Rindern, 1897

Historische Zeichnung von Black Angus Rindern, 1897

Zunächst einmal wurden die Tiere auf der Viehzucht Ausstellung 1873 in Kansas City sehr misstrauisch und kritisch begutachtet. Zu jener Zeit waren Kurzhornrinder die vorherrschende Rasse auf dem amerikanischen Markt. Die schwarzen, hornlosen Rinder wurden von Besuchern als „Freaks“ bezeichnet. Grant kreuzte die Rasse jedoch später mit dort ansässigen Langhornrindern. Heraus kamen hornlose, schwarze Kälber welche den harten amerikanischen Winter gut überstanden. Die Angus Rinder überwinterten besser als viele andere Rassen und wogen zum nächsten Frühjahr wesentlich mehr. Eine erste Demonstration der Vorteile dieser Rasse.

Die ersten großen Angus Rind Herden wurden damals direkt aus Schottland gekauft und in die USA transportiert. Zwischen 1878 und 1883 waren es allein 1.200 Tiere, die den langen Weg von Schottland hauptsächlich in den mittleren Westen machten. Die Besitzer dieser Herden, halfen anderen Züchtern über die nächsten 25 Jahre mit ihrer Erfahrung eigene Herden zu züchten und die Verbreitung dieser Rasse voranzutreiben.

Charakteristiken der Aberdeen Angus

Aberdeen Angus Rinder sind meist von schwarzer Färbung, haben einen leichten Kopf und rassetypisch keine Hörner. Es gibt auch rotgefärbte Rinder, die genetisch der gleichen Rasse entstammen. In den USA wir jedoch zwischen Black Angus Cattle und Red Angus Cattle unterschieden. Die sanftmütigen Tiere sind anspruchslos in der Haltung und sehr widerstandsfähig. Die Kühe bringen ihre Kälber ohne Hilfe in freier Natur auf die Welt, auch bei -15 ° im tiefsten Winter. Die Kälber können sofort laufen und fangen kurz nach der Geburt an bei der Mutter zu saugen. Da die Kühe einen starken mütterlichen Instinkt entwickeln, selbst wenn es sich nicht um ihr eigenes Kalb handelt, ist es manchmal schwer an die Kälber heranzukommen, da sie leidenschaftlich verteidigt werden. Aberdeen Angus Rinder kalben einmal im Jahr und das über einen langen Zeitraum. Es ist nicht ungewöhnlich, dass 12-13 jährige Mutterkühe noch kalben.

Historische Briefmarke aus den USA 1973, die an die Black Angus Tradion seit 1873 erinnert

Historische Briefmarke aus den USA 1973, die an die Black Angus Tradion seit 1873 erinnert

Durch ihre schwarze Haut, sind die Rinder unempfindlicher gegen Sonnenbrand und Hautkrebs. Ihre Widerstandsfähigkeit gegen jegliche Wetterbedingungen und die gleichzeitige Zunahme von Gewicht machen sie perfekt für die ganzjährliche Weidehaltung bei rauen klimatischen Bedingungen.

Fleischqualität

Die Besonderheit der Angus Rasse ist es, dass sie mit verhältnismäßig wenig Futter in kurzer Zeit (22 Monaten) das gewünschte Schlachtgewicht erreichen. Dieses liegt bei einem ausgewachsenen Bullen (135 -150 cm Widerristhöhe) bei ungefähr einer Tonne. Eine Kuh bringt durchschnittlich 500 kg auf die Waage, bei einer Größe von 125-140 cm Widerristhöhe. Durch ihren leichten Knochenbau und gute Bemuskelung, erreicht man eine gute Schlachtausbeute von etwa 60 %. Sie nehmen schnell an Gewicht zu, auch bei widrigen Bedingungen und ohne Zufütterung.

Eine Gruppe von Black Angus Rindern am Wasser

Eine Gruppe von Black Angus Rindern am Wasser

Das Fleisch der Angus Rind ist dunkelrot und von zarter Marmorierung. Der intramuskuläre Fettanteil und Marmorierung des Fleisches ist bei Angus Rindern besonders hoch. Hier geht es darum wie gleichmäßig sich das Fett im Fleisch verteilt. Fett ist ja bekanntermaßen Geschmacksträger. Je gleichmäßiger verteilt, desto besser das Fleisch. Außerdem ist es kurzfaserig und sehr zart. Durch die ganzjährige Weidehaltung hat es weniger Fett und Cholesterin und ist daher auch wesentlich gesünder als das Fleisch ihrer Artgenossen aus Stallhaltung.

Seit das Aberdeen Angus Rind 1873 in Kansas City ein „Freak“ genannt wurde, hat die Rasse einen beispiellosen Siegeszug hinter sich. Das Angus Rind ist heute eine wirklich internationale Rasse. Sie sind der dominierende Fleischlieferant in den USA, Kanada, Argentinien, Neuseeland und Australien. Auch in Europa erfreut sich die Rasse immer mehr Beliebtheit. Qualität setzt sich offensichtlich immer durch.