Der große Appetit auf Bio-Lebensmittel in Deutschland

Christina Kirchhof | 15. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Biolebensmittel sind schon lange kein Nischenprodukt mehr. Früher belächelt als überteuerte Produkte für eine kleine verschworene idealistische Gemeinde, finden sich heute in jedem deutschen Kühlschrank mindestens ein Produkt aus biologischer Herstellung. Längst haben auch konventionelle Produzenten die Sparte Bio für sich entdeckt. In jedem gut geführten Supermarkt finden sich heute Produkte mit dem Bio-Siegel. Der Markt für Bio-Lebensmittel ist zwar verhältnismäßig klein, dennoch wächst er sehr dynamisch. Binnen von zehn Jahren hat sich das Volumen verdreifacht. 2013 gaben die deutschen Haushalte 7,3% mehr Geld für Bio-Lebensmittel aus. Das waren 7,55 Mrd. Euro Umsatz im Vergleich zu 7,04 Mrd. Euro 2012. Der Biomarkt wächst damit zwar nicht mehr ganz so schnell, aber immer noch wesentlich stärker als der konventionelle Lebensmittelbereich.

Die Gründe für den Griff zum Bio-Produkt sind so vielfältig, wie der Kunde selbst. Allgemein kann man sagen, dass die artgerechte Tierhaltung, regionale Herkunft der Produkte, eine möglichst geringe Schadstoffbelastung und weniger Hilfs- und Zusatzstoffe wichtige Gründe die Verbraucher veranlassen, Bio-Produkte zu kaufen. Aber auch einfache Gründe wie der bessere Geschmack und gesundheitliche Vorteile stehen im Vordergrund.

Bio-Lebensmittel sind ein Statussymbol und Ausdruck eines anspruchsvollen Lebensstils. Die stetig ansteigende Nachfrage überfordert die regionalen Produzenten jedoch. Denn in Deutschland nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2012 ungleich weniger     stark zu wie der Markt insgesamt. Nur 2,7 % Wachstum der biologisch bewirtschafteten Flächen, lassen die Kluft zwischen hoher Nachfrage und niedrigem Angebot immer tiefer werden. Durch Skandale in der Fleischindustrie greifen Konsumenten auch immer mehr auf Bio-Fleisch zurück. Die Nachfrage stieg um 30 %. Diese kann von regionalen Erzeugern kaum mehr gedeckt werden. So ist der Markt immer mehr darauf angewiesen aus dem Ausland Bio-Lebensmittel zu importieren. Immer öfter kommen die Produkte aus Australien, Argentinien, China und Indien. Mit dem Freihandelsabkommen zwischen den USA und Deutschland, wird es auch für US-amerikanische Bauern attraktiv nach Deutschland zu exportieren.

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