Der Mythos von der Unmöglichkeit nachhaltiger Tierhaltung

Christina Kirchhof | 11. April. 2014 | Keine Kommentare
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Meine Überschrift ist heute nicht von mir, sondern einem Artikel der New York Times entnommen, der vor fast zwei Jahren dort erschienen ist. Richtig müsste er aber eigentlich „ der Mythos vom nachhaltigen Fleisch“ heißen. Da ich mich auf einen Antwort Brief des bekannten amerikanischen Bauern und Verfechter der extensiven Weidehaltung, Joel Salatin, konzentrieren werde, habe ich mir die künstlerische Freiheit genommen, den Titel einfach mal „wahrheitsgemäß“ abzuändern.

Der Autor führt in seinem Artikel Argumente auf, warum die extensive Weidehaltung von Nutztieren zwar eine schöne Idee sei, aber in der Realität eher das Gegenteil von dem erreicht, was es verspricht. Joel Salatin geht in seiner Antwort auf jede dieser Argumente ein. Ich will nur die wichtigsten herausstellen.

Eine wäre, dass McWilliams behauptet das Weiderinder wesentlich mehr Methan ausstoßen als Tiere, die in einer konventionellen, industrialisierten Zucht gehalten werden. Falsch, denn der Methanausstoß durch Fermentierung bleibt immer gleich, egal ob in dem Rind oder außerhalb. Was er damit meint ist, das Gras kann verrotten oder von einem Pflanzenfresser gefressen werden, der Methanausstoß bleibt jedoch der gleiche. Wahrscheinlich geht die Rechnung von McWilliams von einer längeren Lebensdauer der Weiderinder aus, womit sich dann dass ausgestoßene Methan wohl aufaddieren würde. Über die Nebenwirkungen der Kraftfutterbasierten Mast auf die Umwelt muss ich jetzt jedoch nichts mehr sagen. McWilliams ignoriert die wichtigsten Zyklen der Bodenbildung komplett und stürzt sich auf Zahlen, die völlig aus seinem kausalen Zusammenhang gerissen sind.

Ein weiteres Argument auf welches ich noch eingehen möchte ist, dass McWilliams behauptet, dass die extensive Weidehaltung viel zu viel Land einnimmt und verweist auf die Rodung von Urwald in Brasilien. McWilliams hat hier nicht ganz unrecht, lässt aber aus, dass dies ein Problem des Weidemanagement ist. Innovatives Management der Weiden, auf das auch Ranchinvest setzt, arbeitet mit mobilen elektrischen Zäunen, Wasserleitungen und modernen aeroben Kompostierung. In den Vereinigten Staaten lebten vor 500 Jahren doppelt so viele Pflanzenfresser  wie heute. Ohne jegliches Soja oder Mais. Am Platz scheint es also nicht zu liegen.

Die sehr lesenswerten, kompletten Artikel können unter den folgenden Links nachgelesen werden: New York Times Artikel vom 12.04.2012 und Joel Salatin’s Antwort.

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