Die andere Seite der Medaille. Ein Bio-Bauer über die Viehzucht in der Landwirtschaft.

Christina Kirchhof | 23. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Eigentlich wollte ich heute weiter über innovative und nachhaltige Wirtschaftsmodelle in der Landwirtschaft schreiben. Nun ist mir gestern ein Leserartikel aus einer deutschen Wochenzeitung ins Auge gesprungen, welchen ich unbedingt teilen will. Also werde ich das ursprünglich angedachte Thema erst einmal auf morgen verschieben. Die Überschrift des Artikel lautete: „Wir Landwirte, Herren über Leben und Tod. Tierliebe verträgt sich nicht mit Zucht von Nutztieren. Aber diesen Widerspruch müssen wir aushalten, wenn wir Fleisch und Milchprodukte essen konsumieren wollen.“  Den Artikel fand ich deshalb so interessant, weil es die ganze Problematik der Viehzucht und des Fleischverzehrs aus der Perspektive des Produzenten beleuchtet. Oftmals werden Diskussionen über die Nahrungsmittelproduktion und die damit verbundene Landwirtschaft und Viehzucht stark von der Konsumentenseite bestimmt. Der Autor versucht in seinem kurzen Artikel darzulegen, dass die heutigen Reaktionen auf moderne Massentierhaltung wie Veganismus nachvollziehbar sind, aber auch das Ergebnis einer totalen Entfremdung der Stadtmenschen von der Landwirtschaft.  Er führt selbst einen Öko-Hof und meint:

“Bauernhöfe waren nie eine heile Bilderbuchwelt, denn in Bilderbüchern gibt es in der Regel keinen Tod. Auf unserem Hof sind wir Menschen Herr über Leben und Tod – wir müssen es sein. Wir entscheiden welche Jungtiere wir aufziehen und in die Herde integrieren und welche wir schlachten. So funktioniert Zucht und ohne Zucht gäbe es keine Nutztierrassen. Für mich bedeutet die enorme Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten (…) eine gewaltige Kulturleistung (…).”

Diese Kulturleistung geht durch die moderne Landwirtschaft verloren, da sie die Tier- und Pflanzenwirtschaft trennt und verwandelt Kulturlandschaften somit  in Industrielandschaften. Dabei geht auch der Respekt vor den Tieren verloren. Natürlich sind Tiere Produktionsmittel, aber das entbindet den Bauern oder Züchter nicht davon, Zuneigung zu seinen Tieren zu empfinden. Sein Appell als Produzent, Bauer und Kulturpfleger an Konsumenten:

Wenn wir eine Landwirtschaft wollen, die Natur und Tier mit Respekt behandelt, dann brauchen wir einen offenen und kritischen Dialog wie Lebensmittel hergestellt werden. Und die Verbraucher müssen bereit sein, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen!“

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