Es gibt kein gesundes Ökosystem, das keine Tiere beinhaltet.

Christina Kirchhof | 07. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Dan Barber (Chefkoch und Miteigentümer des Blue Hill Restaurant in Manhattan)

Verursachen Vegetarier mehr Blutvergießen als Fleischesser? Diese Frage stellte Felix Olschewski in seinem Blog ‚Urgeschmack‘. So provokant diese Frage auch sein mag, die zentrale These, welche Olschewski in seinem Artikel darlegt, ist gar nicht so weit hergeholt: Die Weidehaltung von Nutztieren wie Rinder trägt grundsätzlich zur Stabilisierung von Ökosystemen bei und ist weit weniger umweltbelastend als z.B. die konventionelle Pflanzenproduktion. Da wäre zum einen der Fakt, dass durch Monokulturen die Fruchtbarkeit des Bodens ständig abnimmt, auch bei wechselnder Fruchtfolge. Die Auswirkungen können Desertifikation und Minimierung der Humusschicht sein. Zum anderen sind nicht alle Grünlandflächen für den Ackerbau nutzbar, müssen also umgebrochen werden. Dies bedeutet oft die Zerstörung eines ganzen Ökosystems.

Die Haltung von Wiederkäuern auf Weiden steigert nicht nur die Bodenfruchtbarkeit sondern kann auch ökologisch wertvolle Standorte erhalten. Was das genau heißt? Wiederkäuer haben sich zusammen mit dem Weideland in einer Co-Evolution entwickelt. Wenn Grasflächen nicht regelmäßig beweidet werden, setzen sich bald andere Pflanzenarten durch, die das Gras verdrängen. Das mag erst einmal nicht sonderlich dramatisch klingen, ist aber im Hinblick auf die Speicherung von Kohlenstoff nicht unerheblich. Denn Grünland ist in der Speicherung von Kohlenstoff, im Vergleich zu Wäldern, wesentlich effektiver. Durch Humus und Vegetation wird der Kohlenstoff effektiv und sukzessive im Boden gebunden. Das funktioniert aber nur wenn das Grünland regelmäßig beweidet wird. Das heißt also, dass Rinder als Landschaftspfleger, wie Olschewski sie nennt, ein wichtiger Bestandteil des Grünlands sind. Ein gutes Beispiel sind die Bisonherden der nordamerikanischen Great Plains. Sie machten diese Grünfläche zu einer der fruchtbarsten Böden überhaupt.

Eine Investition in eine nachhaltige Weidewirtschaft sichert daher nicht nur artgerechte Tierhaltung, sondern garantiert auch Landwirtschaft mit effektivem Umweltschutz.

 

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