Esst mehr Junkfood – ein Appell

Christina Kirchhof | 02. April. 2014 | Keine Kommentare
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Zugegeben, die Überschrift ist provokant und etwas irreführend, aber nimmt man das Wort aus seinem derzeitigen Kontext und übersetzt es wortwörtlich, ist die ganze Aussage gar nicht mehr so falsch. In Anbetracht nämlich, wie viele Lebensmittel wir jeden Tag wegschmeißen oder schon gar nicht kaufen, weil sie minimale Schönheitsfehler aufweisen, ist schon ein Skandal für sich. Besonders gerade Gurken, schöne, ebenmäßige Bananen oder runde, knackig glänzende Äpfel, der Schönheitswahn ist nicht nur in der Kosmetikindustrie allgegenwärtig. Dass Lebensmittel in Supermärkten, Restaurants und privaten Haushalten wegen kleinster Mängel weggeschmissen werden ist auch nur ein kleiner Teil des Problems. Eigentlich fängt es schon in der Landwirtschaft an. Auf dem Bauernhof, beim Transport und der Lagerung gehen riesige Mengen an Nahrung verloren. In Zahlen heißt das 280 bis 300 Kilogramm pro Person. Jedes Jahr verlieren wir dadurch rund 1,3 Mrd. Tonnen Lebensmittel. Gleichzeitig hungern 842 Millionen Menschen auf dieser Welt und für die Erzeugung dieses Junkfoods werden die gleichen Ressourcen verbraucht, wie für die verkauften Produkte. Es ist ein immense Verschwendung. Wir produzieren Lebensmittel, verbrauchen tausende Liter an Wasser, belasten den Boden mit Dünger, verbrauchen Energie, um die Felder zu versorgen damit wir am Ende Lebensmittel wegschmeißen?!

Zunächst ist natürlich daran zu denken, dass vor allem Kleinbauern in weniger entwickelten Ländern ermöglicht werden sollten, ihre Lagerungsbedingungen zu verbessern und die Transport- und Vertriebsketten zu verbessern. Das Kernproblem hierzulande liegt hierzulande aber vor allem an den Handelsnormen. Supermärkte schreiben vor, wie Obst und Gemüse auszusehen haben, eine Sorte Kartoffeln reicht heute leider auch nicht mehr aus um den Verbraucher hinter dem Ofen hervorzulocken. Lebensmittel, welche die Handelsnormen nicht erfüllen, landen im Müll, bevor sie überhaupt den Verbraucher erreichen.

Vielen Verbrauchern ist es heute eine Last einkaufen zu gehen, also geht man einmal die Woche, packt den ganzen Kühlschrank voll, um dann doch essen zu gehen. Viele frische Produkte landen dann schnell im Müll. So ist es gar nicht so falsch zu sagen: esst mehr Junkfood. Also Produkte, die vielleicht keinen Schönheitswettbewerb mehr gewinnen, aber wie sagt man so schön, es kommt auf die inneren Werte drauf an. Ausgeschlossen hiervon sind natürlich verschimmelte Produkte, die natürlich in den Müll gehören.

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