Fett, salzig, intransparent, vegan

Christina Kirchhof | 06. April. 2014 | Keine Kommentare
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Letzte Woche veröffentlichte die Verbraucherzentrale Hamburg einen Test, wie gesund und nachhaltig vegane Produkte eigentlich sind. Ihr Ergebnis, viele der Produkte werden den Ansprüchen, die sie sich selbst gesetzt haben, nicht gerecht. Schlechte Nachverfolgbarkeit der Zutaten, unzureichende Nährstoffangaben und ein Fett- und Salzgehalt, der jeden gesundheitsbewussten Verbraucher schütteln sollte. Es geht mir nicht darum jetzt den Finger zu zeigen und hämisch zu behaupten, wir haben es doch gewusst, die vergane Ernährungsweise kann nicht funktionieren sondern eher, darauf aufmerksam zu machen, dass, egal zu welcher Ernährungsweise man sich entscheidet, dass Verbraucher auf frische und nachhaltig produzierte Lebensmittel achten müssen. Vegan oder vegetarisch heißt nicht gleich, ressourcenschonend, nachhaltig und biologisch. Wer sagt denn, dass das Palmöl, das Kokosfett,  der Reis oder Seetang nachhaltig erzeugt wurden. Wie umweltschonend und gesund sind vegane Fleischersatz-Produkte? Veganer Fleischersatz, für mich sowieso ein wandelndes Oxymoron.

Die Nachahmung von Produkten tierischer Erzeugung geht leider mit einem größeren Einsatz von Zusatzstoffen einher, sonst wären die Produkte kaum genießbar, so die Verbraucherzentrale. Nach Naturbelassen und gesund klingt das nun nicht gerade. Generell würde ich jedem Veganer empfehlen sich die asiatische Küche anzuschauen, die kochen schon seit Jahrhunderten mit “Fleischersatz-Produkten” und machen das ganz ohne Tofu-Würstchen und Saitan-Burger.

Ich will übrigens mit meinem Kommentar keine Entscheidung auf Fleisch und tierische Produkte zu verzichten in eine gewisse Ecke schieben. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass Bewusstsein und Verantwortung nicht bei der Entscheidung für eine Ernährungsweise aufhört und das meine ich vice versa. Überhaupt wird die Diskussion um “die richtige Ernährungsweise” sehr ideologisch geführt. Um es überspitzt zu sagen, die einen meinen mit ihrem Essverhalten die Welt zu retten, die anderen wollen sich nichts verbieten lassen und schieben die trotzige Unterlippe vor. Beruhigend zu wissen, keiner von beiden besitzt die Deutungshoheit. Natürlich können wir mit unserem Essverhalten etwas bewegen. Indem wir Lebensmittel kaufen, die im Einklang mit der Umwelt und der sozialen Gemeinschaft erzeugt wurden. Ob vegan, vegetarisch oder mit Fleisch, es gibt nicht die DIE “Ernährung”. Wenn ich einmal die Woche Fleisch esse, dass aus 100% Weidehaltung entstammt, auf Wiesen, die nicht für die Rinderzucht gerodet wurden, sondern die durch die Rinderhaltung sogar davon profitieren, dann leiste ich genauso einen Beitrag für die eine zukunftsfähige, biologische Landwirtschaft wie der Veganer, welcher auf Soja achtet, das unter nachhaltigen und sozial verträglichen Bedingungen angebaut wurde. So einfach ist das.

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