Grassfed und Grass-finished – was der Begriff Weidehaltung eigentlich bedeutet

Christina Kirchhof | 12. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Bei den vielen schönklingenden Begriffen, welchen Konsumenten beim Fleischkauf um die Ohren pfeifen, kann einem schon mal schwindelig vor lauter Glückseligkeit werden. Biologisch, nachhaltig, natürlich, glücklich, artgerecht, traditionell, bäuerlich, lokal, Grasfütterung, Weidehaltung, bio-dynamisch usw. Viel davon ist heiße Luft. Bei steigender Umweltbelastung, Fleischskandalen und Massentierhaltung ist heute vielen Konsumenten die Lust am Fleisch vergangen. Wenn, dann möchten sie Fleisch kaufen, wo sie sicher sein können, dass die Tiere artgerecht, ohne Angst und Stress aufgezogen wurden und frei von Antibiotika und Wachstumshormonen sind. Leider ist bei vielen Produkten nicht drin was drauf steht. Das gleiche Problem besteht bei der Bezeichnung grassfed, zu Deutsch Grasfütterung oder Weidehaltung.  Da diese Begriffe nicht geschützt sind, wird der Kunde schnell in die Irre geleitet. Sie beschreiben zwar die groben Richtlinien der Haltung, unter welchen Bedingungen dies geschieht bleiben aber offen. So können die Tiere das Jahr über auf einer abgegrasten, staubigen Weidefläche stehen, die kein Frischfutter bietet und Grass zu-gefüttert bekommen.

In den Vereinigten Staaten, einer der größten Fleischproduzenten der Welt, haben Vereine wie die American Grassfed Association  (AGA) genaue Richtlinien festgelegt, was Weidehaltung an Kriterien erfüllen müssen. Sie legen fest, dass das Futtermittel ausschließlich aus Gräsern bestehen muss, die auf dem bereitgestellten Weideland wachsen. Zu-fütterung wird nur erlaubt, wenn es das Weideland durch die Wetterbedingungen nicht hergibt. Die Tiere müssen das ganze Jahr über grasen und die räumliche Möglichkeit haben, ihr artspezifisches Verhalten  und Instinkte auszuleben. Die Zugabe von Antibiotika, Hormonen, Ionophoren ist verboten.

Aber auch hier gibt es Ermessensspielräume. Denn was genau heißt naturschonend, oder erschwerende Wetterbedingungen? ranchinvest hat es sich zur Aufgabe gemacht, biologische und nachhaltige Landwirtschaft und echte Weidehaltung umzusetzen. Das heißt, die Tiere auf unbehandeltem Boden Grasen zu lassen, ohne Zufütterung auszukommen, kein Eingreifen in instinktives Verhalten der Tiere (wie kalben) außer bei einer akuten Gefährdung, keine Mast kurz vor der Schlachtung (grass-finished).

An welche genaue Richtlinien sich ranchinvest halten will und warum es mit der Bio-Zertifizierung nicht immer so einfach ist in der Fortsetzung morgen….

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