Investitionen in die Landwirtschaft, eine sichere Wette?!

Christina Kirchhof | 07. Mai. 2014 | Keine Kommentare
205

Agrarinvestment ist das neue Trendwort bei den Geldanlagen. Auch im ARD Mittagsmagazin wurde das Thema im Börsen Magazin diskutiert. Ja Gold ist auch immer noch ein Thema, aber die Landwirtschaft ist das, wo in Zeiten niedriger Zinsen Anleger ihr Geld sicher wissen. Agrarfonds oder eine direkte Geldanlage ist der Weg, den viele einschlagen. Land vermehrt sich nicht, die Preise steigen daher seit Jahren kontinuierlich an. Geschuldet ist dies der steigenden Weltbevölkerung, der damit verbundenen steigenden Getreidepreise.

Investitionen versprechen stabile Renditen und eine bodenständige Anlage in einen Sachwert. Nach den Erschütterungen in der Finanzwelt, sehen Anleger ihr Geld lieber in etwas, was sie buchstäblich anfassen können. Und was gibt es bodenständigeres als Grund und Boden.

Natürlich hängt die Stabilität der Rendite auch an der Entwicklung der weltweiten Preise für Getreide, Saatgut oder in unserem Fall Rindfleisch ab. Auch sollten sich Investoren im Klaren sein, dass im Falle einer Insolvenz, sie ihr Geld teilweise verlieren können. Trotzdem sind Agrarinvestitionen eine gute Alternative zu gesichtslosen Fonds oder Wertpapieren.

Aber auch Agrarinvestitionen haben ihre Tücken, die vor allem in der Problematik des Land grabbing, der Auswirkungen industrieller Landwirtschaft und Rechtssicherheit liegen. Land grabbing ist ein englischer Begriff und bezieht sich auf das Problem, dass Anleger mit dem monetären Vermögen Land aufkaufen und Bauern dadurch konkurrenzunfähig werden, da ihnen nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Auch sollten sich der Anleger immer im Klaren sein, wie das Land bewirtschaftet wird, in das sie ihr Geld angelegen.

Es kann nicht sein, dass industrielle Landwirtschaft noch weiter gefördert wird und kleine Bauern damit die Lebensgrundlage genommen wird. Von Monokulturen in der Forstwirtschaft mal ganz abgesehen.

Das Ziel der Agrarinvestition sollte sein, Innovationen zu fördern und Landwirten eine wirtschaftliche Grundlage zu geben, diese Innovation umzusetzen. Eine nachhaltige Landwirtschaft ist in unser aller Interesse. Dass die Abkehr von der industriellen Landwirtschaft sich auch finanziell lohnt, wurde nicht nur im Handelsblatt erstaunt aufgenommen sondern auch von der  internationalen Presse honoriert.

Slow Money, Solidarische Landwirtschaft, Agrihoods sind Beispiele, die verdeutlichen, dass Investitionen in Projekte, die wirkliche Veränderungen fördern, sich auch wirtschaftlich lohnen. Geld kann und sollte Mehrwert schaffen, als Mittel zum Zweck.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>