Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Wie authentische Kommunikation Vertrauen fördern kann.

Christina Kirchhof | 26. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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In meinem Blog gestern habe ich ein Thema angeschnitten, welches ich persönlich als eines der Kernprobleme in der heutigen Beziehung zwischen Produzent und Konsument sehe – Vertrauen! In unserer globalisierten Welt driftet die Kluft zwischen dem Produzenten unserer Nahrungsmittel und uns als Konsumenten immer weiter auseinander. Es entsteht eine immer größer werdende Informationsasymmetrie. Die Folge ist, dass wir Konsumenten verzweifelt nach Indikatoren suchen, die uns Sicherheit geben, ob ein Produkt unter den Umständen hergestellt wurde, die wir für vertretbar halten. Durch die hochspezialisierte und technisierte Lebensmittelherstellung ist es für Konsumenten fast unmöglich geworden hinter die Produktionsprozesse zu steigen. Die Entfremdung von den Produzenten unserer Nahrungsmittel hatte eines zur Folge: Vertrauensverlust. Dieses Vertrauen wieder aufzubauen ist ein langer Weg, aber für viele Konsumenten und Produzenten zahlt sich dieses Engagement aus.

Wie können sich diese beiden Parteien in einer Welt von Supermärkten, Fast Food Ketten und Convenience Food Angeboten wieder neu begegnen? Indem sie eine Kommunikation aufbauen, die einerseits von absoluter Transparenz seitens der Produzenten und andererseits gegenseitigem Verständnis aufgebaut ist. Der Konsument muss sichergehen können, dass der Produzent alle relevanten Informationen mit ihm teilt. Dazu gehören auch Probleme und Sorgen. Der Produzent, auf der anderen Seite, braucht eine Sicherheit seine Produkte zu einem bestimmten Preisbonus verkaufen zu können, die ihm das wirtschaftliche Überleben sichern.

Vertrauen lässt sich immer noch am besten über das persönliche Erleben herstellen. Jemanden die Hand zu schütteln, ins Gesicht zu schauen gibt Sicherheit und eine unmittelbare Reaktion. Dies ist in unserer Zeit nicht immer möglich. Das Internet kann den persönlichen Kontakt vielleicht nicht ersetzen, die Kommunikation ist hier jedoch so unmittelbar und direkt, dass sie der interpersonalen Kommunikation sehr nahe kommt. Twitter, Facebook, youtube ermöglichen Teilhabe an Herstellungsprozessen und können eine persönliche Nähe herstellen.

Dieses Vertrauen ist fragil und benötigt ständige Rückversicherung, da es auf einem Vertrauensvorschuss des Konsumenten beruht. Es kann also auch sofort wieder entzogen werden. Daher ist es wichtig, dass landwirtschaftliche Betriebe, die die Kommunikation über das Internet wählen, authentisch und ehrlich sind. Diese Chance sollten nicht nur Produzenten sondern vor allem Konsumenten nutzen, um wieder Einflussnahme auf die Herstellung ihrer Nahrungsmittel zu erlangen.

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