Landwirtschaft- das sicherste Gewerbe der Welt?

Christina Kirchhof | 09. April. 2014 | Keine Kommentare
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Die Weltbevölkerung steigt mit jedem Tag um 220.000 Menschen weiter an. Die Armut wird größer, während gleichzeitig die weltweite Mittelschicht durch neue Industrieriesen, wie Brasilien, China und Russland immer weiter anwächst. Sie alle haben Appetit auf Fleisch (hierzu empfehle ich den Fleischatlas 2013 als informative Quelle). Fleisch in der Massenhaltung wird jedoch über einen hohen Einsatz von Kraftfutter produziert. Um ein Kilo Fleisch zu produzieren braucht es durchschnittlich ca. zehn Kilo Getreide. Die Folgen lassen sich leicht absehen. Mit einem steigenden globalen Fleischverbrauch werden auch die Getreidepreise anziehen. Verknappendes Angebot, steigende Nachfrage bedeutet steigende Preise. Investoren haben diesen Trend erkannt und setzen vornehmlich auf Agroinvestitionen, also Investitionen in landwirtschaftliche Betriebe, Ackerland, Viehzucht. Land und Vieh wird in Zukunft immer teurer werden, resultierend aus der steigenden Nachfrage nach Fleisch.

Hierzulande haben sich die Preise für Ackerland innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt . Nach der Finanzkrise 2008 und der noch andauernden, aber schwächer werdenden Euro-Krise, legen Investoren ihr Geld lieber in physischen Sachwerten an. Und sie sind gut beraten damit. Es lassen sich damit zwar keine Renditen in zweistelliger Höhe erreichen, eine Geldanlage in eine Scholle oder Nutztierherde ist aber Inflationssicher durch ihren Wertezuwachs und bietet stabile Renditen. Zwar sind Agroinvestitionen verhältnismäßig konservativ, sie bieten jedoch viel Sicherheit und ihr Wert ist wortwörtlich fassbar. Anders als wie bei aktienbasierten Agrarfonds oder Rohstoffzertifikaten.

Doch auch hier warnen Experten vor allzu großen Erwartungen. Einerseits ist in gewissen Regionen der Wertezuwachs nicht mehr allzu hoch, andererseits sollte man sich vor Ländern hüten, wo Landverhältnisse durch Vetternwirtschaft undurchsichtig  gestaltet sind. Weiterhin geht der Wertezuwachs von Agrarland von einer Verknappung der Getreide- und Futtermittel aus. Was folglich Hunger in anderen Ländern bedeutet. Ein Widerspruch, der durch eine Investition in nachhaltige und besonders dem Ökosystem angepasste Landwirtschaft aufgelöst werden könnte. Die Preise und der Bedarf für z.B. hochqualitatives Rindfleisch, das nicht aus einer Kraftfutterintensiven Haltung stammt werden weiter ansteigen. Nun ist es an der Zeit diese Marktentwicklung clever zu nutzen.

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