Mehr Diversität wagen – die Farm Bill 2014 zeigt in die richtige Richtung

Christina Kirchhof | 17. März. 2014 | Keine Kommentare
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Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist uns durch Medienberichte recht geläufig, die Innenpolitik geht häufig an uns vorbei. Aber gerade auf die innenpolitischen Entwicklungen lohnt es sich manchmal näher zu schauen, da sich hier besonders deutlich gesellschaftliche Bewegungen und Veränderungen beobachten lassen. Bestes Beispiel, die Farm Bill, unterschrieben von Barack Obama im letzten Monat. Was sich erst einmal langweilig anhört, ist eigentlich hochinteressant. Denn das Agrargesetz (Farm Bill) der Vereinigten Staaten, welches aller fünf Jahre neu beschlossen wird, kann bestehende Gesetze ändern, ergänzen oder aufheben. Dazu kann es Maßnahmen zu vorangegangen Verordnungen aushebeln und neue Maßnahmen für die Zukunft festlegen. Das Agrargesetz wird oft hoch kontrovers diskutiert, da es gravierende Folgen für den internationalen Handel, Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit und das Wohlergehen von ländlichen Regionen hat.

Soweit so trocken, doch die Farm Bill entscheidet auch wohin das ganze Steuergeld der Amerikaner fließt und welche Agrarform zukünftig mehr unterstützt wird. Und jetzt wird es interessant, zwar werden auch die Sojabauern und Catfish Züchter bedacht werden, doch generell unterstützt die amerikanische Agrarpolitik mehr Vollkornbrot denn Weißbrot, so die New York Times. Dass jetzt Bio-Bauern, Hanf Produzenten und Obstbauern mit Steuergeld bedacht werden, zeigt eine deutliche Verlagerung der kulturellen Orientierung und Essverhaltens der Amerikaner. Farm-to-table (vom Feld auf den Tisch) wie bei den Agrihoods, ist nicht mehr nur eine kleine gesellschaftliche Nische, sondern hat bei den amerikanischen Konsumenten eine große Lobby gefunden.

Während Subventionen für traditionelle Erzeugnisse um mehr als 30%  auf $23 Millionen in den letzten zehn Jahren gekürzt wurden, stieg die Förderung für Obst, Gemüse und Bio-Landwirtschaft um 50%  auf etwa $3 Milliarden in der gleichen Zeit an. Wie die Senatorin und Demokratin Debbie Stabenow aus Michigan anmerkt, werden nun mehr kleine Agrarwirtschaften unterstützt. Dass Bio-Landwirtschaft nicht mehr nur traditionell von den Demokraten gefördert wird, liegt auch hauptsächlich daran, dass es einer der am dynamischsten wachsenden Märkte des Lebensmittelsektors ist.

Entscheidungsfreiheit, Diversität, Frische und Gesundheit sollen die ausschlaggebenden Parameter für amerikanische Konsumenten in der Zukunft sein. Es mag überraschen, aber in Amerika werden innovative Bewegungen initiiert und schnell umgesetzt. Wie erfolgreich und positiv die Farm Bill sich auf die amerikanische Landwirtschaft auswirkt, wird die Zukunft zeigen. Es ist dennoch ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen mit hoffentlich nachhaltiger Wirkung.

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