Mehr Gemeinschaftssinn in der Landwirtschaft wagen

Christina Kirchhof | 24. Februar. 2014 | Keine Kommentare
212

Nachdem ich ja nun gestern einen kurzen thematischen Ausflug gemacht hatte, will ich jetzt zu dem Thema zurückkommen, was eigentlich ursprünglich geplant war. Innovative Alternativen in der landwirtschaftlichen Wirtschaftsform ist das Thema, was mich gerade umtreibt. Viele Verbraucher sehen sich nach neuen Möglichkeiten um, ihr Geld anzulegen, ohne dabei Angst haben zu müssen ihr Erspartes in einem gesichtslosen Fond davon schwimmen zu sehen. Anlegen und Investieren muss nicht immer gleich heißen, dass ich einer Bank Geld gebe. In meinem Beitrag vor zwei Tagen hatte ich ja schon die Viehpacht angesprochen, die heute von Landwirten neu gedacht wird. So ähnlich wirtschaftet ranchinvest ja auch, nur das als Rendite nicht landwirtschaftliche Produkte ausgezahlt werden. Das Prinzip gleich sich jedoch. Ein weiteres interessantes Modell, welches ich vorstellen will, ist die Solidarische Landwirtschaft, im englischen Community Supported Agriculture genannt. Es ist weniger ein Modell der Geldanlage im klassischen Sinne, mehr ein Gemeinschaftsvertrag zwischen Konsumenten und Produzenten. Es zeigt aber, wie Landwirte ihr Wirtschaftsmodell überdenken, um zu neuen, sicheren und fairen Einnahmequellen zu gelangen.

Das System der CSA stammt ursprünglich aus Japan. Seit den 60er Jahren schon gibt es diese Wirtschaftsform. Heute ist etwa ein Viertel der japanischen Bevölkerung an einem Teikei (dt. Partnerschaft) beteiligt. Das Prinzip der CSA basiert darauf, dass die Verbraucher dem Landwirt eine Abnehmergarantie für 6 Monate geben und der Landwirt im Gegenzug Einblicke in die Produktion. Dazu gibt es auch die Möglichkeit, dass die Verbraucher dem Landwirt ein Darlehen gewähren, damit er weitere Investitionen tätigen oder auf eine ökologische Landwirtschaft umstellen kann. Diese Wirtschaftsform, wie auch der der Viehpacht sichert die Einnahmen von Bauern, vor allem jene, die besonders schwer von den schwankenden Preisen der Lebensmittelindustrie betroffen sind (z.B. Milchbauern). Die Verbraucher erhalten nicht nur regelmäßig frische, hochqualitative Lebensmittel aus der Region, sondern unterstützen dazu auch noch die kulturelle Vielfalt in der Landwirtschaft. Kleine traditionelle Betriebe, die regionale Tierrassen, Pflanzensorten und Haltungsmethoden pflegen, werden so geschützt. Egal ob einem das Wirtschaftsmodell der Viehpacht oder der CSA besonders zusagt oder nicht, eins wird deutlich: Dass investieren in reale, innovative Landwirtschaft lohnt sich.

 

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>