Mit dem Dorf zurück in die Stadt

Christina Kirchhof | 14. März. 2014 | Keine Kommentare
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Dass die Zeit zum Umdenken gekommen ist, zeigt sich nicht nur in den täglichen Nachrichten um Lebensmittelskandale sondern vor allem in den innovativen und wunderbaren Ideen und Initiativen, die aus diesem Umdenken heraus entstehen. Eine dieser Ideen, die in den Vereinigten Staaten immer mehr Anklang und Anhänger findet, ist die der Agrihoods. Wie es schon vermuten lässt, ist die Bezeichnung von dem Wort Neighbourhood (Nachbarschaft) abgeleitet. Die amerikanischen Vorstädte sind oft so angelegt, dass sie sich oft um ein Fitnesszentrum, Pool oder einen Golfplatz ansiedeln. Bei den Agrihoods werden diese einfach durch hauptsächlich biologische Agrarfläche ersetzt. Das Zentrum der Wohnsiedlung ist ein kleiner Marktplatz, wo die Bewohner die frischen Produkte aus ihrer Nachbarschaft kaufen, oder ihre CSA-Kisten abholen.

Der Clou ist, es ist weder teurer, noch aufwändiger als die Golfplätze öder amerikanischer Vorstädte, im Gegenteil: „ Golfplätze verschlingen Millionen an Baukosten und Pflege. Mit Agrihoods kann man Grünflächen erhalten, die gleichzeitig sogar noch einen Profit abwerfen.“ Für die Bewohner ist das Wohnen in den Agrihoods nicht mit Mehrkosten verbunden, da die Farm im Zentrum autark ist. So wird sie von erfahrenen Landwirten angelegt und gepflegt, die Produkte werden sowohl an die Bewohner als auch an Restaurants in der Region verkauft. Die Produktpalette ist divers und reicht von Früchten wie z.B. Zitronen, Nektarinen und Äpfeln  zu Gemüse, Eiern und Honig.

Erstaunlich auch zu sehen, wie sehr das landwirtschaftliche Zentrum, die Nachbarschaftsbeziehungen verändert. Einfach aus der Tür zu gehen, die Straße runter, seinen Einkaufsbeutel zu öffnen und zu sagen, gebt mir einfach was es heute frisch gibt, dass ist Luxus. Einfacher Luxus. In den Agrihoods gibt es keine Mauern oder hohe Zäune zwischen den Häusern. Grenzen, die Menschen normalerweise isoliert anstatt sie miteinander zu verbinden. Wege verbinden Gärten, Häuser, Schulen; Büsche und Bäume grenzen Häuser organisch ab.

Ähnlich wie die Community Gardens zeigen die Agrihoods, dass Wohnen nicht abgrenzen heißen muss, sondern ein gesellschaftliches Miteinander fördern kann. Die Stadt als Ort der Gärten und landwirtschaftlich bestellter Fläche ist nicht so weit hergeholt, wie es vielleicht erst einmal klingen mag. Unsere heutige Gesellschaft lebt hauptsächlich in Städten, hier wird über neue Konzepte der Lebensmittelversorgung verhandelt. Die Agrihoods zeigen , dass das Dorf in der Stadt erfolgreiche Realität sein kann.

Den Artikel  der New York Times findet ihr hier. Die Webseite von Agritopia, ein Agrihoods Projekt in Arizona hier.

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