Nachhaltigkeit

Erfolgreich sein ohne der Ressourcenbasis des Erfolges zu schaden

Es gibt kaum ein Trend-Wort, das heutzutage mehr gebraucht und missbraucht wird als das Wort „Nachhaltigkeit“. Besonders Politiker und große Konzerne sprechen gerne und oft von Nachhaltigkeit. Es gibt eben bestimmte Begriffe und Schlagworte mit denen man praktisch nicht danebengreifen kann – und dazu gehört auch die oft zitierte Nachhaltigkeit: Wir müssen nachhaltig wirtschaften, wir müssen nachhaltige Klimapolitik betreiben, wir müssen nachhaltige Arbeitsplätze schaffen. Das klingt alles gut und macht Sinn.

Nachhaltigkeit bedeutet verantwortungsvoll und vorausschauend mit Ressourcen umzugehen.

Wer es ernst meint mit der Nachhaltigkeit, muss dann schon konkreter werden. Wie sieht nachhaltiges Handeln im Alltag genau aus? Als Individuum? Als Organisation? Als Unternehmen?

Bei Ranchinvest verstehen wir nachhaltiges Handeln nicht als eine bloße Handlungsoption, sondern als eine Notwendigkeit: Wir wissen, dass langfristig nur der Erfolg haben kann, der Nachhaltigkeit im Alltag lebt.

Für Ranchinvest bedeutet das, verantwortungsvoll und vorausschauend mit unseren Ressourcen umzugehen. Zu den Ressourcen eines Unternehmens zählen unter anderem unsere

  • Mitarbeiter,
  • Tiere,
  • Weideflächen,
  • Investorengelder und
  • Kundenbeziehungen.

Wir sind dankbar für die uns anvertraute Ressourcenvielfalt und schätzen das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Schwerpunkt unseres unternehmerischen Handelns ist die kluge Verwaltung dieser Ressourcen und ihre Vermehrung zum Vorteil aller Beteiligten, insbesondere unserer Investoren.

Die sieben Dimensionen der Nachhaltigkeit

Das Nachhaltigkeitskonzept von Ranchinvest berührt sieben Dimensionen, in deren Spannungsfeld sich unser tägliches Leben als Rancher und Unternehmer abspielt. 

Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, meinen wir damit nicht ein Schlagwort, sondern eine der folgenden sieben Ausprägungen des Nachhaltigkeitsbegriffs:

  • Familie: Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen und stehen für generationenübergreifende Langfristigkeit und Kontinuität, die weit über die Dienstzeit eines angestellten Managers hinausreicht. Wir wirtschaften heute für eine bessere Zukunft unser Kinder morgen.
  • Werte: Wir glauben an Personalität, Solidarität und Subsidiarität als organisatorische Leitprinzipien unseres Unternehmens.
  • Sanfte Landwirtschaft: Wir betreiben eine sanfte Landwirtschaft, die keinen Raubbau an der Natur zulässt. Wir respektieren die lokale Flora und Fauna und integrieren uns in dieses Biosystem, ohne es mit Gewalt beherrschen zu wollen.
  • Artgerechte Tierhaltung: Wir behandeln alle unsere Tiere human und halten sie so, wie es von der Natur vorgesehen wurde.
  • Gesunde Ernährung: Wir fühlen uns für die Gesundheit unserer Kunden mindestens genauso verantwortlich wie Ihr Arzt. Unsere Produkte sollen zu einer gesunden Ernährung beitragen und nicht krank machen. Wir glauben, dass ein gesunder Kunde der beste Kunde ist!
  • Mitarbeiter: Unsere Mitarbeiter gehören zum erweiterten Familienkreis und werden so behandelt. Ein ganzheitliches Menschenbild – der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist –  fordert uns dazu auf, den Mitarbeiter nicht nur als bloße Arbeitskraft zu verstehen.
  • Gemeinschaft: Unsere Betriebe sind Teil einer örtlichen Gemeinschaft. Wir integrieren uns und wollen Teil der Gemeinschaft sein. Wir kaufen viele Bedarfsprodukte lokal ein und verwenden lokale Dienstleister. Wir schaffen Jobs und bemühen uns um den Austausch mit unseren Nachbarn.

Wer jenseits der Schlagworte und Floskeln dem Nachhaltigkeitsbegriff auf die Spur kommt und entscheidet, was der Begriff konkret für sein Handeln bedeutet, wird vermutlich andere Berührungspunkte identifizieren. Das ist auch gut, denn die spezifische Ausprägung eines Prinzips sieht im Leben eines jeden Menschen und Unternehmens anders aus. Wir erheben also keinen Vollständigkeitsanspruch. Viele Wege führen nach Rom.

Der Nachhaltigkeitsbegriff im traditionellen Verständnis

Was aber bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt und im ursprünglichen Sinne des Wortes? Der Begriff ist heute so abgewetzt und wird so vielfältig verwendet, dass eine genaue Abgrenzung immer unmöglicher erscheint. Wir wollen dennoch einen Versuch wagen.

Nachhaltigkeit ist ein Begriff der Ressourcen-Nutzung. Nachhaltigkeit bedeutet, für die Zukunft wichtige Ressourcen nicht aus kurzfristigen Profit-Erwägungen auszubeuten, sodass deren Fortbestand gefährdet ist. Nachhaltig bedeutet, nicht die Gans zu töten, die einem die goldenen Eier legt, nur weil man gerade Hunger auf gebratene Gans hat. Nachhaltigkeit heißt, dass Kapital, welches laufende Renditen erwirtschaftet nicht leichtfertig aufzubrauchen und somit die laufende Rendite zum Versiegen zu bringen.

Historisch betrachtet ist für naturverbundene Berufe wie die Fischerei, das Forstgewerbe und die Landwirtschaft Nachhaltigkeit kein Trendwort, sondern Lebensrealität. Und das war schon immer so. Sicher, zu allen Zeiten gab es immer auch jene, die es kurzsichtig auf einen schnellen Ertrag abgesehen hatten und dafür auch vor Raubbau an der Natur nicht zurückschreckten.

Aber im Großen und Ganzen blieben solche Exzesse in der Vergangenheit die Ausnahme. Viel zu verankert waren in der Menschenseele zu früheren Zeiten das Wissen und das Bedürfnis, das gelernte Gewerbe an den Sohn weiterzugeben und daher zuallererst auch Bewahrer zu sein. Die Perspektive jener Menschen ging deutlich über das eigene Lebenszeitalter hinaus. Man lebte bereits im Bewusstsein der nächsten Generation und betrachtete es als seine Verantwortung, an die Kinder etwas Besseres zu übergeben, als das, was einem selbst von den Eltern übergeben worden war. Es ging darum, das ererbte Gut zu mehren und ein guter Verwalter des Familienbetriebes zu sein, der dann an die Nachfahren weitergereicht wurde. Gleichsam mit der gleichen Verantwortung, mit den gleichen Auftrag, mit dem gleichen generationenübergreifenden Weitblick.

Wir können also behaupten, dass Nachhaltigkeit traditionell nicht gelehrt werden muss, sondern vorgelebt wurde und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen für den Menschen selbstverständlich ist.

Nachhaltigkeit in diesem Kontext bedeutet also als erstes, nicht nur an die Ernte in diesem Jahr zu denken, sondern auch jene des nächsten und übernächsten. Der Erhalt der Art, von der das tägliche Brot abhängt, ist überlebenswichtig. Hängt der Fischer vom Lachsfang ab, wird er den Lachs schützen wollen, um den Lachsbestand langfristig nicht zu gefährden.

Das Ende der Nachhaltigkeit?

Erst in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, als sich die Nahrungsmittelversorgung aus Sicht des Verbrauchers zunehmend von der traditionellen Landwirtschaft entkoppelte, schwand auch das instinktive Verständnis der Menschen für nachhaltiges Wirtschaften.

Wer im Supermarkt zu relativ günstigen Preisen einkauft, hat keine Ahnung, wie die gekauften Produkte eigentlich produziert wurden. Wer Erdbeeren im Winter kaufen kann, weiß nicht, welcher Aufwand, welche Kosten und welcher Energieverbrauch damit einhergehen, diese Früchte vom anderen Ende der Welt ins Supermarktregal zu befördern. Und so weicht das Bewusstsein der Menschen für eine nachhaltige Versorgung einem kollektiven Vergessen, verursacht durch die vom Fortschritt verursachte Bequemlichkeit.

Nun, Fortschritt ist großartig und es ist absolut zu begrüßen, dass wir im Winter Erdbeeren essen können. Würde es sich allerdings um ein ehrliches Angebot handeln, müssten diese mindestens drei Mal so teuer sein. Erdbeeren im Winter sind ein Luxusgut. Dass diese heute für fast jeden und in rauen Massen erschwinglich sind, liegt daran, dass sie nicht nachhaltig produziert wurden und daher der Preis nicht einen realistischen Ressourcenverbrauch wiederspiegelt. Die meisten im Winter angebotenen Erdbeeren also ein Schwindel. Denn sie werden produziert mit Hilfe von

  • Dumping Löhnen, die Arbeiter in der Armut verstrickt halten
  • Hochgiftigen Pestizide, welche die natürliche Fauna zerstören
  • Monokulturen, welche die lokale Flora verdrängen
  • Kunstdünger, die Böden auslaugen
  • Bewässerung, die anderen Regionen das Wasser entzieht

Und am Ende ist die Erdbeere, die dabei herauskommt, nicht einmal annähernd so gut wie jene, die unter natürlichen Bedingungen gezogen wurde.

Gegen die Manager-Mentalität – Zurück zum Unternehmer

Ein solcher Betrieb existiert ein paar Jahre oder vielleicht sogar auch Jahrzehnte. Dann ist der Boden kaputt, es gibt billigere Lohnender und Regionen mit noch weniger Anforderungen an den Umweltschutz.

Dass die Erdbeerfelder jetzt brachliegen interessiert letztlich niemanden, denn der Betrieb wurde ja nicht im Ansinnen aufgebaut, ihn an die nächste Generation zu übergeben. Es handelt sich bei den Betreibern vielmehr um staatlich hofierte und privilegierte, Manager-gelenkte Agrarkonzerne. Das Management hat eine kurzfristige Sichtweise und vor allem die eigene Karriere im Blickfeld. Wenn der Erdbeeren-Betrieb unseres Beispiels untergeht, hat der verantwortliche Manager den Stab schon lange an den nächsten Kollegen abgegeben und ist auf eine nächsthöhere Position befördert worden. Merken wir’s eigentlich noch?

Verstehen wir uns nicht falsch – das ist keine Kapitalismuskritik. Wir sind überzeugte Kapitalisten. Allerdings hat Raubbau nichts mit Kapitalismus zu tun. Klassische Kapitalisten sind Unternehmer, die Werte schaffen und keine Werte zerstören (Werte = Kapital!). Hier kann allenfalls von einem Zerrbild des Kapitalismus gesprochen werden.

Herausragende Produkte für einen ehrlichen Preis

Unternehmen müssen Gewinne machen dürfen, und hohe Gewinne. Davon werden Steuern bezahlt, Investoren profitieren und es wird in neue Infrastruktur investiert. Aber Gewinne müssen dadurch entstehen, dass den Kunden eines Unternehmens ein tolles Produkt geboten wird, das der Kunde liebt und für was er bereit ist, einen ehrlichen Preis zu  bezahlen.

Ehrlich kann der Preis eines Produktes nur sein, wenn transparent und ehrlich über die Produktherkunft und –Entstehung gesprochen und diese Faktoren in die Preisbildung mit einfließen. Ehrlich ist ein künstlich niedriger Preis nicht, wenn er auf dem Rücken der Mitarbeiter, der Natur oder der Produktqualität gebildet wird. Und, um zum Begriff der Nachhaltigkeit zurückzukehren, ein scheinbar niedriger Preis ist auch dann nicht ehrlich, wenn dadurch die zur Produktherstellung notwendigen natürlichen Ressourcen dauerhaft geschädigt werden.

Bei Ranchinvest würden wir uns nie anmaßen zu behaupten, dass wir das Rad des verantwortlichen Unternehmertums neu erfunden haben. Vielmehr ist unser Ansatz, sich auf die Tugenden des klassischen Unternehmertums zurückzubesinnen. Diesbezüglich wurde fast alles schon einmal gesagt und hundertfach aufgeschrieben – wir wollen dieses alte Wissen aber mit neuem Leben füllen. Darum geht es uns.