Slow Food, Slow Money – wie die Langsamkeit die Wirtschaft verändert

Christina Kirchhof | 15. April. 2014 | Keine Kommentare
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Eigentlich wollte ich mich heute einem Mann widmen, den ich schon in meinem letzten Blog einen Teil gewidmet hatte: Joel Salatin. Aber dann kreuzte die Slow Money Idee meinen Weg und ich musste einfach darüber schreiben. Slow Money ist, wie sie es wahrscheinlich schon vermuten, eine Gedankenweiterführung von Slow Food. Das Prinzip und die dazugehörige gemeinnützige Organisation wurden 2008 von Woody Tasch, eine ehemaliger Risiko-Kapital Anleger, gegründet. Er war damals gerade dabei ein Buch zu schreiben mit dem Titel: „Untersuchungen zur Natur des langsamen Geldes – So investieren, dass Nahrung, Bauernhöfe und die Fruchtbarkeit der Böden wieder etwas wert sind.“  Daraus entstand eine Bewegung die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Investoren und Spender zu organisieren, neue Kapitalressourcen für kleine Lebensmittel-Unternehmen, Bio-Bauernhöfe und lokale Nahrungsmittelsysteme zu steuern. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Kapitalmärkten und Gemeinschaften herzustellen, einschließlich ihres soziales Kapitals und Bodenfruchtbarkeit. Ihre Prinzipien lassen sich recht einfach zusammenfassen.

Das Geld soll wortwörtlich wieder auf den Boden gebracht werden. Die gegenwärtige höher, schneller, weiter Maxime globaler Unternehmen bringt uns nicht weiter, daher sollten wir unser Geld verlangsamen, nicht alles, aber in dem Maße, dass es etwas bewegt. So soll Geld so investiert werden, dass Lebensmittel, Bauernhöfe und Bodenfruchtbarkeit wieder an Bedeutung gewinnen.

Seit Mitte der 2010 wurden bereits $30 Mio. in 221 verschiedene Unternehmen investiert. Dass die Gründer mit ihrer Idee definitiv nicht auf taube Ohren stoßen, zeigt ihre Prinzipien Kampagne. Eine Million Menschen sollen diese unterschreiben, derzeit liegen sie bei 24.000 Stimmen. BusinessWeek erklärte Slow Money zu eine der einflussreichsten Ideen im Jahre 2010, Reuters und Entrepreneur Magazine erklärte Slow Money zu einem der Finanztrends 2011.

Slow Money geht es nicht um große Renditen. Anleger können drei bis maximal sechs Prozent Rendite erwarten. Vielmehr dreht sich die Idee um Diversität. In einer industriell geprägten Landwirtschaft von hunderte Hektar von  den gleichen Getreidearten, Millionen von Schweinen und Rindern die genetisch identisch sind, bilden kleine, lokale Bauernhöfe die Hedgefonds. Es ist keine einfache Entscheidung und auch durchaus risikobehaftete Entscheidung, in die kleine, lokale Landwirtschaft zu investieren. Aber Slow Money ist ja bekanntlich geduldig.

Zum Weiterlesen: https://slowmoney.org/, Wall Street Journal 

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