Vom Acker direkt auf den Tisch – regionaler Luxus und internationaler Pragmatismus

Christina Kirchhof | 24. März. 2014 | Keine Kommentare
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Nach den Meldungen über die weiter sinkenden Fleischpreise der letzten Woche und der Reaktion in meinem Blog, wollte ich mich folgend wieder positiven und inspirierenden Ideen und Diskussionen widmen. Nicht weil ich diese Fakten und Entwicklungen ausklammern möchte sondern eher, weil das Aufzeigen von möglichen Alternativen zur gängigen Praxis wesentlich fruchtbarer sein kann, als immer nur zu schimpfen.

Ich hatte in den letzten Wochen immer mal wieder neue, innovative Konzepte der Lebensmittelversorgung vorgestellt. Darunter die Agrihoods in den USA, die Solidarische Landwirtschaft etc. Diese Prinzipien leiten sich von der Wiederentdeckung der Farm-to-table Idee ab (vom Bauernhof direkt auf den Tisch), also dass, was unsere Groß- und Urgroßeltern jeden Tag noch praktiziert haben. Farm-to-table bedeutet Produkte von Erzeugern zu kaufen, die in einem sehr kleinen Rahmen produzieren. So werden Frische, Geschmack, Regionalität und kurze Wege garantiert. Der Discovery Channel hat zu dem Thema eine tolle Video Q&A Seite, mit sehr unterschiedlichen Meinungen und Bewertungen von Experten. Leider in Englisch, deshalb werde ich versuchen, die wichtigsten und interessantesten hier wiederzugeben. Die Experten setzen sich aus hauptsächlich Chefköchen und Restaurantbesitzern zusammen, die alle hart dafür arbeiten, ihren Gästen ein genussvolles, authentisches Geschmackserlebnis zu bereiten.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesen doch sehr verschiedenen Interviews: es gibt keine frischeren, gesünderen und regionaleren Produkte, als jene die im direkten Umfeld produziert und verkauft werden. Geschmacklich tun sich Welten zwischen lokal produziertem und weit transportiertem Gemüse und Obst auf. Zu beobachten auf jedem Wochenmarkt oder wahlweise im eigenen Garten. ABER auch hier ist Radikalismus nicht angebracht. Unsere Esskultur ist ein Produkt des internationalen Handels und Austausches. Über Jahrhunderte haben andere Gemüse-und Obstsorten aus aller Welt unseren Essenstisch bereichert. Wir lieben italienischen Rotwein, iberischen Schinken aus Spanien und ab und zu eine Mango aus Südamerika. Sich alleinig auf heimische Produkte zu konzentrieren, würde unsere kulinarische Geschichte ignorieren und die Chancen der globalen Arbeitsteilung verwerfen. Produkte, die nachhaltig und vor Ort hergestellt werden können, sollten auch vor Ort konsumiert werden. Importierte Produkte aus allen Teilen der Welt können unseren kulinarischen Horizont erweitern und sind ein Luxus, den Konsumenten schätzen sollten. Ich stimme einem der Experten zu, es ist eine großartige Zeit Konsument zu sein, aus so vielen verschiedenen Möglichkeiten wählen zu können. Bewusste und informierte Entscheidungen zu treffen. Das muss keine Last sein, schon eher Lust.

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