Wann ist intensive Weidehaltung nachhaltig?

Christina Kirchhof | 22. Mai. 2014 | Keine Kommentare
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Gestern Abend hatte ich mit Sebastian Sauerborn in Texas telefoniert. Wir sprachen über die Barbarossa Ranch und die neuesten Entwicklungen. Gerade sind Sebastian, David und Terry dabei, neues Pachtland für Rinder zu begutachten.

Ein Satz den Sebastian sagt, ist mir besonders in Erinnerung geblieben:  „Wenn wir nach Pachtland suchen, ist es vor allem wichtig mit einzubeziehen, wie viele Rinder das Land verträgt.“

Dieser Satz ist so bezeichnend für die Probleme, die die extensive Weidehaltung lange in den USA gehabt. Riesige Herden wurden auf Land gehalten, das der Belastung nicht gewachsen war. Es entstanden starke Beschädigungen in der Grasnarbe, das Land wurde nicht mehr nutzbar für die Landwirtschaft.

Rotational grazing, oder auch rotierendes Grasen ist das Zauberwort. Im genauen bedeutet das, die Tiere werden eine bestimmte Zeit auf einer Weide gehalten und dann weiter getrieben, damit sich das Gras erholen kann. So werden die Wiesen gedüngt und das  Gras kann wachsen.

Bei den Rotationszyklen muss auch bedacht werden, dass Rinder nur die frischen Spitzen des Grases mögen. Wird gras zu lang, wird es trocken und hart und lässt sich weniger gut kauen.

Wird Gras aber zu sehr abgefressen, kann sich die Pflanze nicht erholen und stirbt ab. Der Boden verliert so seinen natürlichen Schutz und ist der Sonne und dem Wind ausgeliefert. Die Folgen sind Erosion und Wüstenbildung.

Die Balance zwischen einem Angebot von frischem Gras bei gleicher Verhinderung von Überweidung. Wie soll das gehen?

 

Zur Abwechslung auch mal braune Kühe

Kühe in der Abendsonne

Nun innovatives, intensives Weidenmanagement sieht so aus, dass mehr Rinder auf weniger Fläche in jedoch kürzerer Zeit gelassen werden. D.h. die Tiere werden weniger wählerisch, fressen was sie kriegen können und werden bald wieder weiter getrieben. Die Grasflächen haben so Zeit sich zu erholen. Eine Imitation der Natur sozusagen.

Landwirte in den USA konnten so ihre Effizienz ihrer Flächen wesentlich erhöhen, da sie mehr Tiere pro Fläche halten können.

Effektives Weidemanagement ist keine Quantenphysik, aber braucht natürlich Erfahrung, die holt sich Sebastian bei seinem Kooperationspartner Jim Gerrish. Mit seiner Hilfe können wir unsere Tiere das ganze Jahr über auf Weiden grasen lassen, ohne befürchten zu müssen, langwierige Schäden an der Grasnarbe hinterlassen zu haben.

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