Warum Biosiegel wichtig, aber nicht ausschlaggebend sind

Christina Kirchhof | 13. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Gestern habe ich in meinem Post begonnen darüber zu schreiben, welche Umstände die Sache mit den Siegeln und Qualitätsbegriffen so schwierig macht. Nicht immer ist drin was drauf steht und dem Konsumenten fehlt oft der Durchblick.

Ich will aber dort anschließen wo ich gestern aufgehört habe. Es ist das ausgesprochene Ziel von ranchinvest seine Viehzucht und Landwirtschaft von der USDA (Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten) zertifizieren zu lassen. Dennoch wollen sie einen Schritt weiter gehen. Warum eigentlich? Der Hauptgrund liegt darin, dass die Bestimmungen zur Viehzucht bei vielen Zertifizierungsorganisationen auseinandergehen. Die staatlichen Siegel, wie das USDA organic oder EU-Bio Siegel, regeln oft nur Mindeststandards. So ist es in der EU vorgeschrieben, dass den Tieren die Möglichkeit zum Auslauf gegeben werden soll. Tatsächlich bedeutet das bei vielen Betrieben Stallhaltung. Ähnlich hält es sich mit den Vorgaben der USDA.  Darüber hinaus ist die Zertifizierung ein langwieriger Prozess, welcher bis zu vier Jahren hinziehen kann. Das Ziel von ranchinvest ist es, eine Viehzucht zu etablieren die sich vorrangig an den Empfehlungen der OSU (Oregon State University) orientiert. Die Vorgaben und Handlungsempfehlungen richten sich an der aktuellsten Forschung in Landwirtschaft und Viehzucht. Die OSU empfiehlt, Herden in einem Rotationsprinzip auf verschiedenen Weideflächen grasen zu lassen, um eine Übernutzung der Flächen zu vermeiden. Dabei spielen modernste elektrische Umzäunung und innovative Wasserbereitstellung eine große Rolle. So wird die nachhaltige Nutzung der Flächen und die ganzjährige Haltung der Tiere auf nahrhaften Weiden garantiert.

Biologische Siegel sind maßgebend, um Mindeststandards einzuhalten und dem Konsumenten Sicherheit zu geben. Dennoch ist es ebenso wichtig, eigene Standards passend zu den lokalen Bedingungen zu entwickeln, um wirklich nachhaltig wirtschaften zu können.  Ganzjährige Weidehaltung auf dem Rotationsprinzip, auf die ranchinvest setzt, garantiert eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen vor Ort. Eine Verpflichtung zu Transparenz und Nachvollziehbarkeit in den Herstellungsprozesse kann Vertrauen schaffen, auch über die Zertifizierung durch ein Siegel hinaus.

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