Warum wir besser essen sollten

Christina Kirchhof | 18. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Obwohl der Markt für Bio-Lebensmittel wächst, der Konsum von Fleisch aus Massentierhaltung stagniert und die Propagierung eines gesunden Lebensstils von allen medialen Dächern gepfiffen wird, kann man nicht übersehen: wir essen nicht gut. Daran schließt sich schon einmal die Frage an, was gut essen eigentlich meint. Dass es schmeckt? Dass die Produkte möglichst gesund sind? Dass die Portionen groß genug sind? Wenn man alle Artikel, Werbesendungen und Ratgeber betrachtet, so müsste man meinen wir sind alle Chefköche am heimischen Herd mit eigenem Garten vorm Haus. Kochsendungen, Kochbücher, Ratgeber  – es gibt nichts, dass es nicht gibt. Leider projizieren diese Sendungen nur unsere Wünsche. Die Realität sieht anders aus. Wir kochen immer weniger, essen weniger gemeinsam, genießen weniger. Einkaufen ist ein Stressfaktor im Alltag, kein sinnliches Erlebnis mehr. Kochen ist zu einer olympischen Disziplin geworden, in der es gilt besonders gut zu sein. Kochen als soziales Ereignis findet kaum mehr statt.

Ich kaufe gerne ein, mir macht es Spaß Produkte bewusst auszuwählen und mich mit ihnen auseinanderzusetzen. Den Züchter zu kennen, der das Rindfleisch mir gerade verkauft hat, frisch gemahlenen Kaffee zu riechen, zuckersüße Möhren zu probieren. Ich gehe gerne auf den Wochenmarkt, wenn es die Zeit hergibt. Sonst nutze ich natürlich auch den Supermarkt. Dort habe ich die Angewohnheit immer zu schauen, was andere Leute so auf das Band legen. Da finden sich meist Fertigprodukte, hochverarbeitete Lebensmittel und wenig frische Produkte. Menschen kaufen Fleisch wie eine Rolle Klopapier – man braucht es halt. Ich bin nicht eine von denen, die meint: du musst, du darfst nicht. Aber uns ist die Wertschätzung von Lebensmitteln abhanden gegangen. Sich glücklich zu fühlen, wenn man gut gegessen hat. Gemeinsamkeit zu zelebrieren, indem man kocht. Wenn ich einen stressigen Tag hatte, dann entspannt es mich ungemein am Herd zu stehen. Selbst wenn es Eierkuchen sind. Essen ist doch so ein elementarer Bestandteil unseres Lebens, warum schenken wir ihm so wenig Aufmerksamkeit? Keine Generation vor uns hatte die Möglichkeit sich so gut, vielfältig und hochwertig zu ernähren. Nutzen wir sie!

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