Wie viel Sicherheit bieten Bio-Siegel?

Christina Kirchhof | 14. Februar. 2014 | Keine Kommentare
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Mein Blog gestern drehte sich um die unterschiedlichen Richtlinien der staatlichen Bio-Siegel, hinsichtlich der extensiven Haltung von Rindern und wie sinnvoll die Zertifizierung für Betriebe wie ranchinvest ist. Hier wurde besonders deutlich, dass Siegel gewisse Grundstandards voraussetzen, aber nicht immer eine artgerechte Haltung garantieren können. Natürlich spreche ich hier nur von den größten verbindlichen Bio-Siegeln für die jeweiligen Staaten, also dem EU-Siegel und dem Siegel der USDA. Mit der Etablierung dieser staatlichen Zertifizierungsorganisationen, hat Bio sich aus der Ecke der Reformhäuser und kleinen Bioläden gelöst und ist im Mainstream angekommen. Das ist eine positive Entwicklung, denn es bedeutet, dass immer mehr Menschen sich nachhaltig und umweltbewusst ernähren wollen. Der Markt für Bio-Lebensmittel ist zwar anteilig am gesamten Lebensmittelmarkt noch verschwindend gering, er entwickelt sich aber enorm dynamisch. In Deutschland gibt es heutzutage um die zehn Bio-Siegel, die sich alle zum Ziel gesetzt haben, eine nachhaltige und Umweltverträgliche Landwirtschaft und Viehzucht zu fördern.

Bio ist zu einer Lebenseinstellung geworden, einem way of life, für den Konsumenten bereit sind viel Geld auszugeben. Nicht immer herrscht bei den Konsumenten Klarheit, was die verschiedenen Siegel eigentlich an Richtlinien vorschreiben. Das EU-Bio Siegel gewährt Grundstandards, z.B. dass in der Viehzucht es nicht zum Einsatz von Antibiotika oder Hormonen kommt oder den Einsatz von Pestiziden. Viele Siegel gehen da noch einen Schritt mehr und schreiben die Tierhaltung in einem Landwirtschaftlichen Betrieb vor und verbieten die Enthornung von Rindern und Kühen (demeter e.V.). Konsumenten sollten sich auch bei Produkten mit einem Bio-Siegel genau informieren, unter welchen Umständen es hergestellt wurde. Sich nur auf Standards und Siegeln auszuruhen reicht nicht aus. Viele Hersteller und Züchter gehen heute offensiv mit ihren Produktions- und Zuchtmethoden um. Wenn ich also Fleisch aus Direktvermarktung kaufe, selbst wenn es aus den USA stammt, kann ich bei Fragen oder Problemen mich direkt an den Produzenten wenden. Die meisten Produzenten, die mit Leidenschaft hinter ihrem Produkt stehen, sprechen offen und ehrlich über etwaige Probleme. Das schafft Nähe und Vertrauen. So etwas kann ein Siegel nicht leisten.

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